IPF und ihre Therapie

Was ist IPF?

Was ist eine idiopathische pulmonale Fibrose? Was passiert bei dieser Erkrankung im Körper? Diese Fragen beantwortet OA Dr. Hubert Koller, Facharzt für Lungenkrankheit, im Interview.

IPF heißt idiopathische pulmonale Fibrose und ist eine Sonderform einer idiopathischen interstitiellen Pneumonie. Das ist eine Gruppe von Erkrankungen, die dadurch gekennzeichnet sind, dass man erstens die Ursache nicht genau weiß und zweitens, dass das Wesen dieser Erkrankung darin besteht, dass sie fortschreitet. Es kommt bei dieser Erkrankung zu Umbauvorgängen, Vernarbungsprozessen im Lungengewebe, die dazu führen, dass Patienten immer mehr Atembeschwerden – vor allem unter Belastungsbedingungen – bekommen.

Eindeutige anzeichen einer IPF

Bei welchen Symptomen sollte man hellhörig werden? Was sind eindeutige Anzeichen einer IPF? Warum ist das Abhören mit dem Stethoskop so wichtig bei der Diagnosestellung? Diese Fragen beantwortet Dr. Julia Fuchs.

Ich denke allen Patienten ist gemeinsam, dass sie über Husten berichten. Dieser Husten ist meist trocken und nicht produktiv. Ein weiteres Symptom ist eine Müdigkeit bzw. Abgeschlagenheit. Die Patienten berichten alle über eine verminderte Leistungsfähigkeit vor allem im Alltag bei geringfügigen Tätigkeiten zum Beispiel, wenn sie einkaufen gehen berichten sie, dass sie nicht weit gehen können. Ich würde meinen, das Wichtigste ist, wie gesagt, die Auskultation, das heißt, das Abhören mit dem Stethoskop. Man hört basal vor allem ein sehr ohrnahes Knistern, Rasseln, im englischen Sprachgebrauch vergleicht man das auch gerne mit einem Klettverschluss, der aufgerissen wird, so ähnlich hört sich das auch wirklich an. Also es ist definitiv zu unterscheiden von anderen häufigen Lungenerkrankungen wie einer Bronchitis oder eine Pneumonie.

Tipps für ein erfolgreiches Arzt-Patienten-Gespräch

Sich gut vorbereiten, eine Begleitung mitnehmen, Fragen stellen und eine Beantwortung einfordern. So die Empfehlung von Ing. Günther Wanke, Obmann des Lungenfibrose Forum Austria und IPF-Patient.

Es ist nicht selbstverständlich, dass das Arzt-Patienten-Gespräch auch wirklich gelingt. Also meiner Meinung nach muss von beiden Seiten etwas dazu beigetragen werden. Jeder Patient ist anders, IPF ist nicht IPF. Und jeder Patient erlebt diese Erkrankung anders. Dem Patienten kann ich nur raten, sich gut vorzubereiten auf das Arzt-Gespräch, gemeinsam mit der Begleitung, mit der er möglichst hingehen sollte, und Fragen zu stellen und darauf zu drängen, dass diese Fragen auch beantwortet werden.

Arzt-Patienten-Beziehung

Das Vertrauen zwischen Arzt, Patient und Angehörigen aufzubauen, ist OA Dr. Hubert Koller besonders wichtig. Worauf es aus Sicht eines behandelnden Arztes noch ankommt, verrät er im Interview.

Ich denke, dass es ganz wichtig ist, den Patienten, der an IPF leidet, sehr genau über seine Erkrankung, über das Wesen seiner Erkrankung aufzuklären. Ich sage dem Patienten immer, dass wir ihn nicht heilen können. Das ist derzeit mit keinem Medikament möglich, aber es geht darum, das Fortschreiten der Erkrankung durch entsprechende Therapiemaßnahmen zu verlangsamen. Das heißt, die Patienten sollen durch die Therapie länger auf einem höheren Lungenfunktionsniveau gehalten werden, weil dann haben sie auch weniger Beschwerden, vor allem unter Belastungsbedingungen. Bei diesen Gesprächen ist es wichtig, dass man auch immer die Angehörigen miteinbezieht. Ich vergleiche das immer gerne mit onkologischen Patienten, die auch sehr oft eine ungünstige Prognose haben. Hier ist es ist besonders wichtig, das Vertrauen zwischen Arzt, Patient und Angehörigen entsprechend aufzubauen.