Diagnose von IPF

Symptome einer IPF

Reizhusten und Atemnot können auch Symptome anderer Lungenerkrankungen sein. Den Grund, warum viele Patienten zu spät zum Arzt gehen oder auch unter anderen Diagnosen anfänglich behandelt werden, weiß OA Dr. Hubert Koller.

Die Symptome einer IPF sind leider sehr unspezifisch. Das heißt, die Patienten klagen über Reizhusten und über zunehmende Atemnot unter Belastungsbedingungen. Das heißt, die Erkrankung beginnt sehr langsam, sehr schleichend und das ist auch der Grund, warum sie in den Anfangsstadien meistens nicht erkannt werden. Reizhusten und Atemnot sind klassische Symptome, die wir bei vielen anderen Lungenerkrankungen sehen. Denken Sie an Asthma bronchiale, denken Sie an COPD, auch Lungenkrebs kann diese Symptome verursachen, das heißt, das bedingt, dass viele Patienten zu spät zum Arzt gehen oder auch unter anderen Diagnosen anfänglich behandelt werden. Wenn man jetzt die Prognose ausschaut, muss man sagen, es ist sehr wichtig, dass wir frühzeitig die Erkrankung erkennen, weil wir wissen, je früher wir den Patienten mit IPF erkennen und früher behandeln können, desto besser ist seine Prognose was seine nähere Zukunft betrifft.

Wie ist die Situation für IPF Patienten?

Noch immer werden Betroffene zu spät diagnostiziert, informiert Ing. Günther Wanke, Obmann des Lungenfibrose Forum Austria und IPF-Patient, im Interview. Wichtig ist eine frühe Diagnosestellung!

Die Situation ist grundsätzlich gut, allerdings werden die Leute zu spät diagnostiziert, das heißt also, wir haben den Schwerpunkt frühe Diagnose und da sind wir noch lange nicht am Ende unserer Bemühungen, denn die Patienten bleiben ja eigentlich beim Allgemeinarzt hängen und das verzögert die Diagnose und das ist das Problem.

Wohin bei Atemnot?

Warum man bei Atemnot nicht nur an das Herz, sondern auch an die Lunge denken sollte, verrät Dr. Julia Fuchs, Allgemeinmedizinerin sowie Fachärztin für Innere Medizin und Rheumatologie, im Gespräch.

Natürlich ist es so, dass Patienten meist zuerst zum Hausarzt oder zum Internisten gehen. Und langläufig denken viele, wenn ich Atemnot habe, könnte es etwas mit dem Herzen zu tun haben. Sehr oft erfolgen dann viele Herzuntersuchungen, wie EKG, Belastungstest, Herzultraschall und diese Untersuchungen müssen auch zwangsläufig nicht schlecht ausfallen. Das heißt, wenn diese Untersuchungen von Herzseite normal sind, muss man wieder weiterschauen und sehen, ob nicht doch etwas Pulmonales dahintersteckt. Das heißt, unbedingt doch darauf drängen, dass abgesehen vom Herzarzt schon auch noch der Pulmologe einen Blick auf die Patienten wirft.

Wichtige Schritte zur Diagnose

Welche Schritte wichtig sind, um zu einer gesicherten Diagnose zu kommen, verrät OA Dr. Hubert Koller, Facharzt für Lungenkrankheit, Sozialmedizinisches Zentrum - Baumgartner Höhe, Otto-Wagner-Spital Wien.

Wie immer sollten wir als Ärzte den Patienten klinisch untersuchen. Das heißt, wir sollten ihn anschauen und wir sollten ihn abhorchen mit dem Stethoskop. Warum? Hier können wir typische Rasselgeräusche feststellen, das sogenannte Knisterrasseln und wenn wir so etwas feststellen, dann müssen wir weiterführende Untersuchungen machen. Das sind zum Beispiel eine Lungenfunktionsprüfung, um zu sehen, ob der Patient eine Einschränkung in seiner Lungenfunktion bereits hat. Und in weiterer Folge die Zuweisung des Patienten zu einer hochauflösenden Computertomographie der Lungen, denn da sehen wir dann typische Muster und aus diesen vielen kleinen Bausteinen können wir dann vielleicht schon zu der Diagnose einer IPF kommen.

Wie lange dauert derzeit die Diagnosestellung?

„Nach wie vor zu lange”, weiß Dr. Julia Fuchs aus ihrem Berufsalltag. „Zeit ist Organ! Das heißt, wir müssen eigentlich danach trachten, die Patienten schneller zu den Spezialisten zu bringen.”

Ich würde meinen, nach wie vor zu lange. Und das muss unbedingt anders werden, weil natürlich die Zeit bis zur definitiven Diagnose und damit zur Behandlung wertvolle Zeit ist, bei der wertvolles Lungengewebe zerstört werden kann. Das heißt, Zeit ist Organ, um so zu sagen, das heißt, wir müssen eigentlich danach trachten, die Patienten schneller zu den Spezialisten zu bringen.